Stein fotografiert? Bestimme Steine sofort mit der Rockby-App
App öffnenBeschreibung
Oolithischer Hämatit ist ein sedimentäres Eisenerz, das sich durch seine charakteristische oolithische Textur auszeichnet. Es besteht hauptsächlich aus dem Mineral Hämatit (Fe2O3), das in Form von kleinen, kugelförmigen oder ellipsoiden Partikeln, den Oolithen, vorliegt. Diese Oolithe haben typischerweise einen Durchmesser von 0,25 bis 2 mm und sind konzentrisch aufgebaut. Die Farbe des Gesteins ist meist rotbraun bis dunkelrot, kann aber auch grau oder schwarz sein. Es ist oft dicht und hat eine erdig-matte bis submetallische Oberfläche.
Wie man bestimmt
- Farbe
- Rotbraun, dunkelrot, grau bis schwarz. Die Farbe des Strichs ist immer rotbraun.
- Glanz
- Erdig-matt bis submetallisch.
- Textur
- Oolithisch, d.h. das Gestein besteht aus kleinen, kugelförmigen oder ellipsoiden Partikeln (Oolithen), die oft mit bloßem Auge erkennbar sind. Die Oolithe sind in einer feinkörnigen Matrix eingebettet.
- Kristallform
- Hämatit selbst kristallisiert trigonal, aber in oolithischem Hämatit liegt er meist in mikrokristalliner Form vor, die die konzentrische Struktur der Oolithe bildet.
- Spaltbarkeit
- Keine ausgeprägte Spaltbarkeit aufgrund der mikrokristallinen und oolithischen Struktur. Hämatit selbst hat keine Spaltbarkeit.
- Geologisches Umfeld
- Flache marine Umgebungen, Schelfmeere, oft in Verbindung mit Sandsteinen, Schiefertonen und Kalksteinen.
Wichtige Fakten
- Härte: 5 - 6 auf der Mohs-Skala (für reinen Hämatit, das Gestein kann weicher sein)
- Dichte (spezifisches Gewicht): 4.9 - 5.3 (für reinen Hämatit, das Gestein kann aufgrund von Poren und Verunreinigungen geringer sein)
- Kristallsystem: Trigonal (für Hämatit)
- Farbe: Rotbraun, dunkelrot, grau bis schwarz
- Glanz: Erdig-matt bis submetallisch
- Transparenz: Undurchsichtig
- Bruch: Unregelmäßig bis splittrig
- Spaltbarkeit: Keine
- Zusammensetzung: Eisen(III)-oxid (Fe2O3) als Hauptbestandteil, oft mit Silikaten, Karbonaten und anderen Mineralien als Matrix oder Verunreinigungen.
Schnellcheck
- Farbe: Rotbraun bis dunkelrot
- Glanz: Erdig-matt bis submetallisch
- Strichfarbe: Rotbraun
Physikalische Eigenschaften
- Kristallhabitus: Oolithisch (konzentrische Kugeln oder Ellipsoide)
- Spaltbarkeitstyp: Keine
- Bruchart: Unregelmäßig bis splittrig
- Tenazität: Spröde
- Glanzart: Erdig-matt bis submetallisch
Entstehung
Oolithischer Hämatit bildet sich in flachen, marinen Umgebungen, oft in Küstennähe oder in Schelfmeeren. Die Oolithe entstehen durch die konzentrische Abscheidung von Eisenhydroxiden (die später zu Hämatit dehydrieren) um einen Kern (z.B. ein Sandkorn, eine Schalenfragment oder ein organisches Partikel). Diese Abscheidung erfolgt durch chemische Präzipitation aus eisenreichen Lösungen, oft unter Beteiligung von Mikroorganismen. Die Oolithe werden dann durch diagenetische Prozesse zu einem Gestein zementiert.
Verwendung
Oolithischer Hämatit ist ein wichtiges Eisenerz und wird zur Gewinnung von Eisen und Stahl verwendet. Historisch war er eine bedeutende Quelle für die Eisenproduktion, insbesondere in Regionen wie Lothringen (Frankreich) und den Great Lakes (USA).
Altersverteilung
Vorwiegend im Paläozoikum und Mesozoikum, aber auch in anderen geologischen Epochen zu finden.
Wo zu finden
Lothringen, Frankreich
Historisch eine der größten Lagerstätten von oolithischem Hämatit (Minette-Erz), das im Paläozoikum und Mesozoikum gebildet wurde.
Great Lakes Region, USA (z.B. Mesabi Range)
Bedeutende Vorkommen von oolithischem Hämatit und anderen Eisenerzen, oft in präkambrischen Banded Iron Formations (BIFs), die jedoch eine andere Entstehungsgeschichte haben können, aber auch oolithische Texturen aufweisen können.
Alabama, USA (Clinton Formation)
Bekannt für seine oolithischen Hämatitvorkommen aus dem Silur.
Großbritannien
Vorkommen in verschiedenen Regionen, oft in jurassischen Sedimenten.
Suchtipps
Geologische Karten studieren
Suchen Sie nach Gebieten, die für sedimentäre Eisenerzlagerstätten bekannt sind, insbesondere solche, die in flachen marinen Umgebungen gebildet wurden.
Auf rote Farbe achten
Oolithischer Hämatit hat oft eine charakteristische rotbraune bis dunkelrote Farbe. Der rote Strich ist ein wichtiges Indiz.
Oolithische Textur erkennen
Suchen Sie nach Gesteinen, die aus kleinen, kugelförmigen oder ellipsoiden Körnern bestehen, die oft mit bloßem Auge oder einer Lupe erkennbar sind.
Magnetismus prüfen
Hämatit ist in der Regel nicht magnetisch, kann aber schwach magnetisch sein, wenn er geringe Mengen an Magnetit enthält. Ein starker Magnetismus würde eher auf Magnetit oder Maghemit hindeuten.
Ähnliche Steine
Oolithischer Limonit
FeO(OH)·nH2O (Limonit ist ein Gemisch aus Eisenhydroxiden)
Auch bekannt als: Brauneisenerz
Oolithischer Goethit
FeO(OH)
Auch bekannt als: Brauneisenerz
Oolithischer Siderit
FeCO3
Auch bekannt als: Spateisenstein
Wissenschaftliche Klassifikation
- Mineralklasse
- Oxide
- Gruppe
- Hämatit-Gruppe
- Kristallsystem
- Trigonal (für Hämatit)
- Chemische Formel
- Fe2O3 (Hämatit)
- Zusammensetzung
- Eisen(III)-oxid
Oolithischer Hämatit entdecken
Steine überall bestimmen
Kostenlos für iOS, Android und Web. Fotobestimmung, vollständige Datenbank und persönliche Sammlung.