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Gabbro

Intrusives magmatisches Gestein

Gabbro

Auch bekannt als: Schwarzgranit (im Handel, geologisch inkorrekt)

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Beschreibung

Gabbro ist ein grobkörniges, dunkles, intrusives magmatisches Gestein, das reich an Pyroxenen (insbesondere Klinopyroxen) und plagioklasreichem Feldspat (Labradorit oder Bytownit) ist. Es kann auch Olivin, Hornblende und akzessorische Minerale wie Magnetit, Ilmenit und Chromit enthalten. Die Farbe variiert von dunkelgrün bis schwarz. Es ist das plutonische Äquivalent des extrusiven Basalts und bildet sich aus der langsamen Abkühlung von mafischem Magma in der Erdkruste.

Wie man bestimmt

Farbe
Dunkelgrau bis schwarz, manchmal mit grünlichen oder bläulichen Schattierungen durch Plagioklas-Irideszenz (Labradorisieren).
Glanz
Die einzelnen Mineralkörner zeigen einen glasartigen bis harzartigen Glanz.
Textur
Grobkörnig (phaneritisch), die einzelnen Mineralkörner sind mit bloßem Auge gut erkennbar. Die Korngröße liegt typischerweise zwischen 1 mm und 1 cm.
Kristallform
Die Minerale sind meist idiomorph bis hypidiomorph ausgebildet, d.h., sie zeigen teilweise oder vollständig ihre charakteristischen Kristallformen.
Spaltbarkeit
Die Hauptminerale Pyroxen und Plagioklas zeigen deutliche Spaltbarkeiten. Pyroxen hat zwei Spaltrichtungen, die sich nahezu rechtwinklig schneiden (ca. 87° und 93°). Plagioklas hat zwei Spaltrichtungen, die sich ebenfalls nahezu rechtwinklig schneiden.
Geologisches Umfeld
Gabbro bildet sich in großen, tiefen Intrusionen (Plutonen) in der kontinentalen und ozeanischen Kruste. Es ist ein Hauptbestandteil der unteren ozeanischen Kruste und kann in Ophiolith-Komplexen gefunden werden, die ehemalige ozeanische Kruste repräsentieren. Auch in Schichtintrusionen und als Bestandteil von magmatischen Bögen ist es verbreitet.

Wichtige Fakten

  • Härte: 6-7 auf der Mohs-Skala (hauptsächlich durch Pyroxen und Plagioklas)
  • Dichte (spezifisches Gewicht): 2.9 - 3.2 g/cm³
  • Kristallsystem: Monoklin (Pyroxen, Hornblende) und Triklin (Plagioklas)
  • Farbe: Dunkelgrau, schwarz, manchmal grünlich
  • Glanz: Glasartig bis harzartig
  • Transparenz: Undurchsichtig
  • Bruch: Unregelmäßig bis subkonchoidal
  • Spaltbarkeit: Gut bis perfekt in den Hauptmineralen (Pyroxen, Plagioklas)
  • Zusammensetzung: Hauptsächlich Plagioklas (Labradorit-Bytownit) und Klinopyroxen (Augit), oft mit Olivin und/oder Orthopyroxen, akzessorisch Magnetit, Ilmenit, Chromit, Hornblende, Biotit.

Schnellcheck

  • Farbe: Dunkelgrau bis schwarz
  • Glanz: Glasartig bis harzartig auf den Mineralflächen
  • Strichfarbe: Weiß bis hellgrau (aufgrund des hohen Feldspatanteils)

Physikalische Eigenschaften

  • Kristallhabitus: Grobkörnig, massiv, die Minerale sind meist xenomorph bis hypidiomorph ausgebildet.
  • Spaltbarkeitstyp: Pyroxen: zwei Spaltbarkeiten bei ca. 87° und 93°. Plagioklas: zwei Spaltbarkeiten bei ca. 90°.
  • Bruchart: Unregelmäßig bis subkonchoidal, spröde.
  • Tenazität: Spröde
  • Glanzart: Glasartig bis harzartig

Entstehung

Gabbro bildet sich durch die langsame Kristallisation von mafischem Magma tief unter der Erdoberfläche. Es ist das plutonische Äquivalent von Basalt. Die langsame Abkühlung ermöglicht die Bildung großer, gut ausgebildeter Mineralkörner. Es entsteht typischerweise in ozeanischen Krusten, in großen Intrusionen wie Lopolithen und Schichtintrusionen, sowie in den Wurzeln von Vulkanbögen.

Verwendung

Gabbro wird häufig als Bau- und Dekorationsmaterial verwendet, insbesondere für Arbeitsplatten, Bodenbeläge, Fassaden und Grabsteine, oft unter dem Handelsnamen 'Schwarzgranit'. Aufgrund seiner Härte und Beständigkeit wird es auch als Schotter im Straßenbau und als Zuschlagstoff in Beton eingesetzt. In der Petrographie ist es ein wichtiges Referenzgestein für das Verständnis der Zusammensetzung und Entstehung der ozeanischen Kruste.

Altersverteilung

Gabbro kann in Gesteinen aller geologischen Zeitalter gefunden werden, von Präkambrium bis zum Känozoikum, da es ein Produkt magmatischer Prozesse ist, die über die gesamte Erdgeschichte hinweg stattgefunden haben.

Wo zu finden

Ophiolith-Komplexe weltweit

Gabbro ist ein wesentlicher Bestandteil von Ophiolith-Komplexen, die Fragmente ehemaliger ozeanischer Kruste und des oberen Mantels darstellen, die auf Kontinente obduziert wurden. Beispiele sind der Troodos-Ophiolith auf Zypern, der Semail-Ophiolith im Oman und die Ophiolithe in den Alpen.

Große Schichtintrusionen

Bekannte Vorkommen finden sich in großen Schichtintrusionen wie dem Bushveld-Komplex in Südafrika, dem Stillwater-Komplex in den USA und dem Skaergaard-Komplex in Grönland. Diese Komplexe sind oft reich an wertvollen Mineralien wie Chromit und Platinmetallen.

Kontinentale Schilde und Kratone

In vielen alten kontinentalen Schilden und Kratonen, wie dem Kanadischen Schild, dem Baltischen Schild und dem Brasilianischen Schild, sind Gabbro-Intrusionen verbreitet, oft in Verbindung mit Anorthosit-Komplexen.

Mittelozeanische Rücken

Obwohl Gabbro tief in der Kruste unter den Mittelozeanischen Rücken gebildet wird, ist es selten direkt an der Oberfläche zu finden. Es kann jedoch in tektonisch exponierten Bereichen oder in Proben von Tiefseebohrungen geborgen werden.

Suchtipps

Achten Sie auf dunkle, grobkörnige Gesteine

Suchen Sie nach Gesteinen mit einer dunklen, oft fast schwarzen Farbe und einer deutlich sichtbaren, groben Kristallstruktur. Die einzelnen Mineralkörner sollten mit bloßem Auge erkennbar sein.

Prüfen Sie die Dichte

Gabbro ist ein relativ dichtes Gestein. Ein Handstück fühlt sich im Vergleich zu anderen Gesteinen ähnlicher Größe oft schwerer an.

Suchen Sie in geologisch relevanten Gebieten

Konzentrieren Sie Ihre Suche auf Gebiete, die für das Vorkommen von Ophiolithen, großen magmatischen Intrusionen oder alten Schildgebieten bekannt sind. Geologische Karten können hierbei sehr hilfreich sein.

Beachten Sie die Mineralzusammensetzung

Versuchen Sie, die einzelnen Minerale zu identifizieren. Das Vorhandensein von dunklen Pyroxenen und helleren, oft gestreiften Plagioklas-Feldspäten ist ein starker Hinweis auf Gabbro. Olivin kann ebenfalls vorhanden sein und zeigt oft eine grünliche Farbe.

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Wissenschaftliche Klassifikation

Mineralklasse
Magmatisches Gestein (Plutonit)
Gruppe
Mafisches Gestein
Kristallsystem
Polymineralisch, die Hauptminerale kristallisieren in monoklinen und triklinen Systemen.
Chemische Formel
Keine einzelne chemische Formel, da es ein Gestein ist. Die Zusammensetzung ist reich an Fe, Mg, Ca und Al, mit geringerem Si und Na.
Zusammensetzung
Plagioklas (Ca-reich, 35-65 Vol.-%), Klinopyroxen (Augit, 20-50 Vol.-%), oft Olivin (0-20 Vol.-%), Orthopyroxen (0-10 Vol.-%), akzessorisch Magnetit, Ilmenit, Chromit, Hornblende, Biotit.

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