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Granatglimmerschiefer ist ein mittel- bis grobkörniges metamorphes Gestein, das durch eine ausgeprägte Schieferung (Foliation) und das Vorhandensein von Granatkristallen in einer Matrix aus Glimmermineralen (hauptsächlich Muskovit und/oder Biotit) gekennzeichnet ist. Quarz und Feldspat sind ebenfalls häufige Bestandteile. Die Granate treten oft als porphyroblastische Kristalle auf, die in der Glimmermatrix eingebettet sind und eine Größe von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern erreichen können. Die Farbe des Gesteins variiert je nach Glimmeranteil und Granattyp.
Wie man bestimmt
- Farbe
- Grau, silbrig-grau, bräunlich-grau bis dunkelbraun oder rötlich, abhängig von den Glimmern und Granaten.
- Glanz
- Seidig bis perlmuttartig durch die Glimmer, Granate sind glasartig bis harzartig.
- Textur
- Schieferig (foliiert), mittel- bis grobkörnig. Granate sind oft porphyroblastisch und heben sich von der Matrix ab.
- Kristallform
- Granate treten als idiomorph-subidiomorphe Kristalle auf, oft in Dodekaeder- oder Trapezoederform. Glimmer sind plattig und parallel ausgerichtet.
- Spaltbarkeit
- Das Gestein zeigt eine ausgeprägte Schieferung (Foliation) aufgrund der parallelen Ausrichtung der Glimmer. Granate selbst haben keine Spaltbarkeit, können aber unregelmäßige Brüche aufweisen.
- Geologisches Umfeld
- Typisch für regionalmetamorphe Gürtel in Gebirgszügen, wo tonreiche Sedimente oder Vulkanite unter mittleren bis hohen Drücken und Temperaturen umgewandelt wurden. Findet sich oft in den Kernen von Orogenen.
Wichtige Fakten
- Härte: Gestein als Ganzes variiert, Glimmer 2-3, Granat 6.5-7.5 (Mohs-Skala)
- Dichte (spezifisches Gewicht): 2.7-3.5 g/cm³ (variiert je nach Mineralzusammensetzung)
- Kristallsystem: Granat: Kubisch; Glimmer: Monoklin
- Farbe: Grau, silbrig-grau, bräunlich-grau, rötlich (Granate)
- Glanz: Seidig bis perlmuttartig (Glimmer), glasartig bis harzartig (Granat)
- Transparenz: Undurchsichtig (Gestein), Granate können durchscheinend bis undurchsichtig sein
- Bruch: Unregelmäßig bis splittrig (Gestein), Granate: muschelig bis uneben
- Spaltbarkeit: Perfekte Spaltbarkeit in einer Richtung (Glimmer), keine Spaltbarkeit (Granat), ausgeprägte Schieferung des Gesteins
- Zusammensetzung: Hauptsächlich Glimmer (Muskovit, Biotit), Quarz, Granat. Akzessorisch: Feldspat, Staurolith, Andalusit, Sillimanit, Kyanit, Turmalin, Graphit, Pyrit.
Schnellcheck
- Farbe: Grau bis bräunlich-rot mit dunklen Granaten
- Glanz: Seidig bis perlmuttartig (Glimmer), glasartig (Granat)
- Strichfarbe: Weiß (Glimmer), keine Strichfarbe (Granat)
Physikalische Eigenschaften
- Kristallhabitus: Glimmer: plattig, schuppig; Granat: isometrisch, oft dodekaedrisch oder trapezoedrisch
- Spaltbarkeitstyp: Perfekte basale Spaltbarkeit bei Glimmern, keine Spaltbarkeit bei Granaten. Das Gestein zeigt eine ausgeprägte Schieferung.
- Bruchart: Unregelmäßig bis splittrig für das Gestein, muschelig bis uneben für Granate.
- Tenazität: Spröde
- Glanzart: Seidig bis perlmuttartig (Glimmer), glasartig bis harzartig (Granat)
Entstehung
Granatglimmerschiefer entsteht durch Regionalmetamorphose von tonreichen Sedimentgesteinen (z.B. Schiefer, Tonstein) oder bestimmten magmatischen Gesteinen unter mittleren bis hohen Druck- und Temperaturbedingungen (Grünschiefer- bis Amphibolitfazies). Die Bildung von Granat erfordert spezifische P-T-Bedingungen und eine geeignete Ausgangszusammensetzung (Aluminium-reich).
Verwendung
Granatglimmerschiefer hat begrenzte industrielle Anwendungen. Die enthaltenen Granate können als Schleifmittel oder in seltenen Fällen als Schmucksteine verwendet werden, wenn sie von hoher Qualität sind. Das Gestein selbst wird manchmal als Baustein oder Schotter verwendet, ist aber aufgrund seiner Schieferung und geringeren Festigkeit im Vergleich zu anderen Gesteinen weniger verbreitet.
Altersverteilung
Variiert stark, von Proterozoikum bis Känozoikum, abhängig von der regionalen Metamorphosegeschichte.
Wo zu finden
Alpen (z.B. Hohe Tauern, Schweiz)
Häufig in den metamorphen Komplexen der Alpen, wo sie aus der Metamorphose von paläozoischen und mesozoischen Sedimenten entstanden sind.
Skandinavisches Schild (z.B. Norwegen, Schweden)
Vorkommen in präkambrischen metamorphen Gürteln.
Appalachen (USA)
In den metamorphen Zonen der Appalachen, die durch die Kollision von Kontinentalplatten entstanden sind.
Himalaya (Asien)
In den hochmetamorphen Zonen des Himalaya, wo die indische und eurasische Platte kollidieren.
Böhmische Masse (Mitteleuropa)
In den metamorphen Einheiten des Variszischen Orogens.
Suchtipps
Achten Sie auf die Schieferung
Suchen Sie nach Gesteinen mit einer deutlichen Paralleltextur (Schieferung), die durch die Ausrichtung der Glimmer verursacht wird.
Identifizieren Sie Granatkristalle
Halten Sie Ausschau nach rötlichen, bräunlichen oder schwarzen, oft isometrischen Kristallen, die in die Glimmermatrix eingebettet sind und sich durch ihre Härte und ihren glasartigen Glanz abheben.
Geologische Karten konsultieren
Nutzen Sie geologische Karten, um Gebiete mit bekannten Vorkommen von metamorphen Gesteinen, insbesondere Schiefern und Gneisen, zu identifizieren.
Ausrüstung
Eine Geologenlupe (10x) ist hilfreich, um die Mineralien und die Textur des Gesteins genauer zu betrachten. Ein Hammer und Meißel können zum Entnehmen von Proben nützlich sein.
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Auch bekannt als: Gebänderter Gneis
Wissenschaftliche Klassifikation
- Mineralklasse
- Silikate (Glimmer, Granat, Quarz, Feldspat)
- Gruppe
- Metamorphes Gestein
- Kristallsystem
- Granat: Kubisch; Glimmer: Monoklin
- Chemische Formel
- Variabel, da es ein Gestein ist. Granat: X3Y2(SiO4)3 (X=Ca, Mg, Fe2+, Mn2+; Y=Al, Fe3+, Cr3+); Muskovit: KAl2(AlSi3O10)(OH)2; Biotit: K(Mg,Fe)3(AlSi3O10)(OH)2
- Zusammensetzung
- Quarz (SiO2), Muskovit (KAl2(AlSi3O10)(OH)2), Biotit (K(Mg,Fe)3(AlSi3O10)(OH)2), Granat (verschiedene Endglieder wie Almandin, Pyrop, Spessartin, Grossular).
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