Rockby LogoRockby

Schiefer

Metamorphes Gestein

Slate

Auch bekannt als: Dachschiefer, Tonschiefer

Stein fotografiert? Bestimme Steine sofort mit der Rockby-App

App öffnen

Beschreibung

Schiefer ist ein feinkörniges, blättriges metamorphes Gestein, das sich durch eine sehr ausgeprägte Spaltbarkeit (Schieferung) auszeichnet. Diese Spaltbarkeit ist das Ergebnis der parallelen Ausrichtung von plattigen Mineralen wie Muskovit, Chlorit und Biotit unter gerichtetem Druck während der Metamorphose. Die ursprünglichen Sedimentstrukturen sind meist vollständig ausgelöscht. Die Farbe variiert stark, typischerweise von dunkelgrau bis schwarz, kann aber auch grünlich, rötlich, bläulich oder purpurfarben sein, abhängig von den enthaltenen Mineralien (z.B. Chlorit für Grün, Hämatit für Rot).

Wie man bestimmt

Farbe
Variiert stark: häufig dunkelgrau bis schwarz, aber auch grünlich, rötlich, bläulich, purpurfarben. Die Farbe ist oft homogen über die Spaltflächen.
Glanz
Matt bis schwach seidig auf den Spaltflächen, besonders wenn feine Glimmerplättchen sichtbar sind.
Textur
Feinkörnig, aphanitisch (Minerale mit bloßem Auge nicht erkennbar). Charakteristisch ist die ausgeprägte Schieferung, die eine Spaltung in dünne Platten ermöglicht. Die Spaltflächen sind oft sehr glatt.
Kristallform
Die einzelnen Mineralkörner sind mikroskopisch klein und zeigen keine makroskopisch erkennbaren Kristallformen. Die Textur ist lepidoblastisch (schuppig) auf mikroskopischer Ebene.
Spaltbarkeit
Perfekte Schieferung (slaty cleavage), die unabhängig von der ursprünglichen Schichtung des Ausgangsgesteins verläuft. Das Gestein spaltet sich leicht in dünne, flache Platten.
Geologisches Umfeld
Entsteht in Zonen regionaler Metamorphose, typischerweise in Gebirgsbildungsgebieten (Orogenen), wo Sedimentgesteine unter gerichtetem Druck und moderaten Temperaturen umgewandelt werden. Häufig assoziiert mit Faltungszonen und Überschiebungen.

Wichtige Fakten

  • Härte: 2.5-4 auf der Mohs-Skala (variiert je nach Mineralzusammensetzung)
  • Dichte (spezifisches Gewicht): 2.7-2.9 g/cm³
  • Kristallsystem: Nicht zutreffend für das Gestein als Ganzes, da es ein Aggregat mikroskopischer Minerale ist. Die einzelnen Minerale (z.B. Glimmer) sind monoklin.
  • Farbe: Dunkelgrau, schwarz, grünlich, rötlich, bläulich, purpurfarben
  • Glanz: Matt bis schwach seidig
  • Transparenz: Undurchsichtig
  • Bruch: Unregelmäßig bis splittrig quer zur Schieferung, aber perfekte Spaltbarkeit entlang der Schieferung
  • Spaltbarkeit: Perfekte Schieferung (slaty cleavage)
  • Zusammensetzung: Hauptsächlich Quarz, Muskovit, Chlorit, Illit. Akzessorisch können Pyrit, Hämatit, Graphit, Biotit, Turmalin, Feldspat und andere Minerale enthalten sein.

Schnellcheck

  • Farbe: Dunkelgrau bis schwarz, grünlich, rötlich, bläulich, purpurfarben
  • Glanz: Matt bis schwach seidig
  • Strichfarbe: Weiß bis hellgrau (abhängig von der Farbe des Gesteins, oft heller als das Gestein selbst)

Physikalische Eigenschaften

  • Kristallhabitus: Nicht zutreffend für das Gestein. Die einzelnen Minerale sind mikrokristallin und plattig/schuppig.
  • Spaltbarkeitstyp: Perfekte Schieferung (slaty cleavage) in einer Richtung, die durch die bevorzugte Ausrichtung der plattigen Minerale definiert ist.
  • Bruchart: Unregelmäßig bis splittrig, wenn das Gestein quer zur Schieferung bricht.
  • Tenazität: Spröde
  • Glanzart: Matt bis schwach seidig

Entstehung

Schiefer entsteht durch Regionalmetamorphose von feinkörnigen Sedimentgesteinen wie Tonstein, Siltstein oder Vulkanasche. Unter gerichtetem Druck und erhöhter Temperatur (typischerweise 200-350 °C und 0,2-0,5 GPa) werden die Tonminerale und Glimmerplättchen senkrecht zur Hauptdruckrichtung ausgerichtet. Dieser Prozess führt zur Entwicklung einer ausgeprägten Schieferung (engl. 'slaty cleavage'), die es ermöglicht, das Gestein in dünne, flache Platten zu spalten.

Verwendung

Schiefer wird aufgrund seiner Spaltbarkeit, Haltbarkeit und Ästhetik vielfältig eingesetzt. Historisch und aktuell ist er ein bevorzugtes Material für Dachdeckungen (Dachschiefer) und Fassadenverkleidungen. Weitere Anwendungen umfassen Bodenbeläge, Wandverkleidungen, Billardtische, Labortischplatten, Schultafeln, Grabsteine und dekorative Elemente. In der Vergangenheit wurde Schiefer auch für Schreibtafeln und als Unterlage für elektrische Schalttafeln verwendet.

Altersverteilung

Schiefer kann in Gesteinsformationen unterschiedlichen Alters gefunden werden, von präkambrisch bis zum Paläozoikum und Mesozoikum, abhängig von den tektonischen Ereignissen, die zur Metamorphose führten. Häufig sind Schiefer aus dem Paläozoikum (z.B. Ordovizium, Silur, Devon, Karbon) bekannt.

Wo zu finden

Deutschland

Bekannte Vorkommen im Rheinischen Schiefergebirge (z.B. Hunsrück, Eifel, Sauerland), Thüringer Schiefergebirge, Harz und Frankenwald. Historisch bedeutende Abbaugebiete für Dachschiefer.

Wales, Großbritannien

Berühmt für den 'Welsh Slate', insbesondere aus dem Snowdonia-Nationalpark (z.B. Dinorwig, Penrhyn). Weltweit bekannt für seine Qualität und Haltbarkeit.

USA

Wichtige Vorkommen in den Appalachen, insbesondere in Vermont, Pennsylvania und New York. Vermont ist bekannt für seinen farbigen Schiefer.

Frankreich

Vorkommen in den Ardennen und in der Bretagne (z.B. Angers).

Spanien

Bedeutende Schieferbrüche in Galicien (z.B. Ort Valdeorras), die einen Großteil des europäischen Marktes beliefern.

Brasilien

Wichtige Produzenten von Schiefer, insbesondere in Minas Gerais.

Suchtipps

Geologische Karten studieren

Suchen Sie nach Gebieten, die als Zonen regionaler Metamorphose oder als Vorkommen von feinkörnigen Sedimentgesteinen (Tonsteine, Siltsteine) aufgeführt sind, die metamorphisiert wurden.

Auf Schieferung achten

Schiefer ist leicht an seiner Fähigkeit zu erkennen, in dünne, flache Platten zu spalten. Suchen Sie nach Aufschlüssen, die diese charakteristische Spaltbarkeit zeigen.

Alte Steinbrüche und Baustellen

Historische Schieferbrüche oder Gebiete, in denen Schiefer als Baumaterial verwendet wurde (Dächer, Fassaden), sind gute Indikatoren für lokale Vorkommen.

Begleitgesteine

Schiefer tritt oft zusammen mit anderen metamorphen Gesteinen niedriger Metamorphosegrade (z.B. Phyllit) oder den Ausgangsgesteinen (Tonstein) auf.

Ähnliche Steine

Phyllit

Phyllit

Auch bekannt als: Glimmerschiefer (im Übergangsbereich)

Glimmerschiefer

Glimmerschiefer

Auch bekannt als: Glimmerschiefer

Tonstein

Tonstein

Auch bekannt als: Schluffstein, Pelit

Schieferton

Schieferton

Auch bekannt als: Schieferiger Tonstein

Wissenschaftliche Klassifikation

Mineralklasse
Metamorphes Gestein (nicht Mineral)
Gruppe
Metamorphe Gesteine mit niedrigem Metamorphosegrad
Kristallsystem
Nicht zutreffend für das Gestein. Die Hauptminerale (Glimmer) sind monoklin.
Chemische Formel
Keine einzelne chemische Formel, da es ein Gestein ist. Die Zusammensetzung ist komplex und variiert.
Zusammensetzung
Silikate (Quarz, Muskovit, Chlorit, Illit), Aluminiumoxide, Eisenoxide, Kohlenstoff (Graphit).

Schiefer entdecken

Steine überall bestimmen

Kostenlos für iOS, Android und Web. Fotobestimmung, vollständige Datenbank und persönliche Sammlung.

In der App öffnen